Rotary International - Infoseite der deutschen Distrikte 1800-1900, 1930-1950
Länderausschuss Polen - Deutschland
Termine
Internationaler Dienst und Länderausschüsse
Projekte und Initiativen im Geltungsbereich des LA Deutschland - Polen
VORHABEN IN POLEN UND FÜR POLENDie hier aufgeführten Vorhaben können nur unvollzählig aufgelistet sein, weil es nur eine unzureichende Kommunikation besteht, der ich die Informationen entnehmen kann.
1. Stipendienprogramm
ein Stipendium der Kieler Rotary Clubs für ein Semester
an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
ln diesem Jahr können zum zehnten Male in einem Heft die
Erlebnisberlchte von vier polnischen Sti pendiaten dokumentiert werden,
die sie ihren Gastgebern, den Kieler Rotary Clubs, gegen Ende ihres
Studienaufenthattes an der Christian-Albrechts-U niversität zu Kiel
vorgetragen haben.
Seit 2001 haben die Kieler Rotary Clubs jedes Jahr vier Cermanistik-
studierende der Universität Wroclaw/Breslau, die Lehrer werden wollen,
für ein halbesJahr zum Studium nach Kiel eingeladen. lnsgesamt sind das
bisher 40 Stipendiaten, 34 junge Damen und 6 junge Herrn.

Die finanziellen Mittel für die Stipendien werden durch private Spenden der Kieler Rotarier aufgebracht. Dreimal während der achtJahre gaben die Stiftung ,,DER ROTARIER" und die Rotary Foundation einen Zuschuß für das Stipendienprojekt. Die Kieler Rotarier lassen sich dabei von dem
Gedanken leiten, dass der Verständigung zwischen Polen und Deutschen
langfristig am besten gedient wird, wenn zukünftige Deutschlehrer ihren
polnischen Schülern ein positives Deutschlandbild vermitteln können, das
sie in Deutschland selbst gewonnen haben.

In besonderer Weise engagiert sich Freund Keil für dieses P
rojekt und wurde deshalb mit einem hohen polnischen Orden ausgezeichnet
Für die Stipendiaten ist das ,,Kieler Semester" ihr achtes Studiensemester von insgesamt zehn, die zum Abschluß,,Magister" führen. Nach dem
sechsten Semester haben sie an ihrer Universität die Lizentiatprüfung in Germanistik abgelegt und sprechen sehr gut Deutsch, zum Teil mit
erstaun I ichem Wortschatz. H ier studieren sie Germanisti k, interessieren
sich aber auch für andere Fächer wie z.B. Geschichte, Musik oder Sport
und arbeiten an ihrer Magisterarbeit'
Zusätzlich wird ihnen hier die Möglichkeit geboten, einen Monat lang an
der staatl ichen Ausbildung deutscher Studienreferendare teilzunehmen.
Sie hospitieren während dieser Zeit an einer Grund-und Hauptschule,
einer Realschule und einem Gymnasium. Fachlich begleitet werden sie
dabei vom lnstitut für Qualitätssicherung an Schulen des Landes
Schleswig-Holstein (IQSH). Diesen Praxisbezug ihres Kieler Sem'esters
schätzen die zukünftigen Lehrer immer besonders.
2. Lerne die Sprache des Nachbarn
Der Rotary Club Ueckemünde-Pasewalk hat 5.000 Euro zur Verfügung gestellt und möchte in den Kindergärten des Grenzgebietes Polnisch als Fremdsprache anbieten. Hierzu werden noch Projektpartner gesucht. Zusammen mit dem Sprachenzentrum der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder soll dieses in die Zukunft gerichtete Vorhaben entwickelt werden.
Das Projekt hat mit der Initiative des Goethe-Instituts in Warschau - maßgeblich organisiert durch den rotarischen Freund Ryszard Maj - eine andere räumliche und inhaltliche Dimension erhalten.
Nach einem Vorbild aus Frankreich sind in Polen fünf "Deutsch-Wagen" unterwegs, um die deutsche Sprache populär zu machen. Informationen dazu finden Sie unter www.deutsch-wagen-tour.pl
3. Berufsorientierter Studiengruppenaustausch
Seit acht Jahren findet im Distrikt 1940 ein Studiengruppenaustausch statt, innerhalb dessen eine polnische und eine deutsche Gruppe im jeweils anderen Land zwei Wochen lang ein vor allem berufsorientiertes aber auch gesellschaftliches und touristisches Programm geboten bekommt. In diesem Jahr führt auch der Distrikt 1950 zum ersten Mal einen solchen Austausch durch.Die Journalistin Anna Spiegel der Rhein-Zeitung aus Koblenz fasste ihre Eindrücke zusammen:
Ein kleiner Verbesserungsvorschlag: Wenn man das touristische Programm, das bei unserer Reise sehr opulent ausfiel, etwas kürzt, dann kann man die Dauer insgesamt der Reise etwas "eindämpfen", vielleicht auf zehn Tage oder sogar nur eine Woche. Das ist zwar auf der einen Seite sehr schade, andererseits wird es dadurch den Teilnehmern erleichtert, Urlaub zu nehmen. Kurzfristig einfach zwei Wochen ausfallen ist erfahrungsgemäß immer mit Schwierigkeiten seitens des Arbeitgebers verbunden.
Trotzdem hat uns Vieren das touristische Programm sehr gut gefallen und wir haben es genossen - wer hat schon die Gelegenheit, Krysztof Penderecki dirigieren zu sehen!"
4. Fünftes Ländertreffen Polen - Deutschland
Eingebettet in das 15. Jubiläum des gastgebenden Rotary – Clubs Swidnica – Walbrzych und des 15jährigen Bestehens der Länderausschüsse Polen/Deutschland und Deutschland/Polen fand vom 15. bis 17. Oktober 2010 das 5. Ländertreffen auf Schloss Fürstenstein (Zamek Ksiaz) in der Nähe von Waldenburg / Polen statt.

Eröffnet wurde das Treffen zahlreicher deutscher und polnischer Rotarier mit einer Ausstellung von
Künstlern aus Polen und Deutschland unter dem Motto „Kunst verbindet – Sztuka laczy“. Der Abend wurde dann mit angeregten Gesprächen der Teilnehmer zum Festival der deutschen Küche abgerundet. Mit Grußworten der Vertreter des gastgebenden Clubs, der beiden Governors der Distrikte 2230 und 1940, der örtlichen und regionalen Politik sowie der beiden Ko-Vorsitzenden des Länderausschusses Deutschland-Polen begann der offizielle Teil des Kongresses.Ein Höhepunkt stellte die hochkarätige Gesprächsrunde , die mit den beiden Botschaftern Rüdiger Freiherr von Fritsch und Dr. Marek Prawda ergänzt durch Dr. Eugeniusz Gorczyca, Geschäftsführer der Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz sowie Prof. Dr. hab. Marian Filar, Abgeordneter des Sejms besetzt war.

Übereinstimmend bezeichneten sie das Verhältnis der beiden Staaten so gut wie selten zuvor. Bemerkenswert seien die Übereinstimmungen zur Lösung nationaler Krisen und der der Europäischen Union, wie z. B. bei den Maßnahmen zur Schuldenbegrenzung der öffentlichen Haushalte. Die polnische Disziplin sei darin vorbildlich für Deutschland gewesen. Die Öffnung des Arbeitsmarktes werde sich entgegen aller Unkenrufe als Riesenchance für beide Länder erweisen.

Wie ein roter Faden zog sich das Anliegen deutsch-polnischer Clubpartnerschaften durch das weitere Programm, präsentiert durch Ausschussmitglieder anhand gelungener Beispiele. Thematisiert wurden aber auch im Umfeld der Länderausschüsse entstandene Projekte, wie das Bildungsprogramm „Deutsch-Wagen-Tour“ für polnische Schulen und auf deutscher Seite „Lerne die Sprache der Nachbarn – Polnisch an deutschen Kindergärten“, welche mit viel Beifall bedacht wurden. Den Nachmittag beendete eine multimediale Präsentation von Niederschlesien durch die Geschäftsführerin Agnieszka Maka der niederschlesischen Agentur für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Die gelungene Veranstaltung wurde durch ein feierliches Abendessen unter dem Motto „Festival der polnischen Küche“
und Unterhaltungsprogramm mit weit über 100 Rotariern und ihren Damen abgerundet.
5. Segelcam in Gzycko
In den vergangenen Jahren führte der Distrikt 2230 zum wiederholten Male ein Segelcamp in Gizycko in Masuren durch und bot in diesem wunderbaren Segelrevier Jugendlichen aus Deutschland und Polen sich kennen zu lernen und Vorurteile abzubauen.
Dazu gibt es begeisterte Berichte der jungen polnischen und deutschen Teilnehmer. Die Organisation auf deutscher Seite lange Zeit in den Händen von Freund Ambrosius und zuletzt von Freund Spieker.Vom 22. Juli bis 1. August 2010 fand das
deutsch-polnische Segelcamp in Masuren statt. Bereits zum sechsten Mal
organisierte der Deutsch-Polnische Länderausschuss und der RC Gizycko diese
interkulturelle Begegnung deutscher und polnischer Jugendlicher. In 2010 waren
10 deutsche und 8 polnische Teilnehmer und Teilnehmerinnen dabei, die auf fünf
Kajütboote mit jeweils einem Skipper verteilt waren.
Die idyllische Landschaft der masurischen Seenplatte ist von einmaliger
Schönheit und eines der letzten naturnahen Urlaubsgebiete Europas, das zudem
sehr gute Segelmöglichkeiten bietet. Die Masuren sind geprägt durch die
unverkennbare Einzigartigkeit ihrer 3000 Seen. Zusammen mit den kilometerlangen
Kanälen und den tiefschwarzen Wäldern ergibt sich ein lebendiges und
vielfältiges Landschaftsbild, das ihre Besucher begeistert und in ihren Bann
zieht. Das Wetter, so launisch es auch manchmal ist, verleiht der Region ihren
ganz besonderen Charme. In den zehn Tagen war zwar von Platzregen bis
Windstille alles dabei, allerdings war gutes Segelwetter überwiegend. Somit
konnte jeder von uns - ob Anfänger oder erfahrener Segler - viel Neues über das
Segeln erfahren. Doch nicht nur das Segeln als Sport stand bei dieser
Fahrt im Vordergrund, sondern die Begegnung der zwei Kulturen aus Polen und
Deutschland. Der beim Segeln erforderliche Teamgeist und das Wohnen auf engstem
Raum machte es uns sehr leicht, neue Bekanntschaften zu schließen.
So lernten
wir viel über die andere Kultur und Sprache kennen. Unternehmungen wie zum Beispiel
gemeinsame Abende mit Gitarre und Lagerfeuer, Konzerte und Theaterbesuch
schweißte uns umso mehr zusammen und machte diesen Segeltörn für uns zu
einem unvergesslichen Erlebnis. Doch besonders die Besuche der Festung Boyen in
Gizycko und der Wolfsschanze zeigten uns, dass wir eine gemeinsame Geschichte
haben. Somit eröffnete die Region der Masuren den Deutschen und den Polen
gleichermaßen die Möglichkeit, mehr über die Geschichte, die beide Seiten
betrifft, zu erfahren. Dies unterstützt insbesondere die Verständigung beider
Völker auf alltäglicher Ebene. Wir haben durch das Treffen viel voneinander
gelernt und Vorurteile abgebaut. Jeder einzelne von uns hat gemerkt, dass man,
wenn man sich Fremden gegenüber öffnet, auch viel über sich selbst lernt. Man
wird toleranter, solche Begegnungen verändern die eigenen Ansichten und
Einstellungen tiefgreifend. 
Fazit: Wir werden diese Tage als eine abenteuerliche und erlebnisreiche Reise, die uns auch oft vor Herausforderungen stellte, in Erinnerung behalten. Wir haben viel von und über uns gelernt und das Segeln als eine schöne Aktivität lieb gewonnen. Alles in allem ein unvergessliches Erlebnis.
Wir bedanken uns besonders bei allen, die uns vor dem Segeltörn herzlich
empfangen haben sowie bei Piotr Pajdowski und Hartmut Spieker, die mit
besonderem Engagement in der Organisation tätig waren. Einen besonderen Dank
auch an Agata Nankiewicz unsere Skipperin und Retterin in Not, die die Gruppe
mit viel Geduld in allen Situationen unterstützt hat.
6. Internationales Jugendcamp
Seit vielen Jahren findet in Lübeck ein internationales Jugendcamp statt, zu dem sich sechzehn Jugendliche aus sechzehn Ländern treffen und ein abwechslungsvolles Programm absolvieren, das von den umliegenden Rotary Clubs finanziert wird. Es ist immer eine Jugendliche oder ein Jugendlicher aus Polen unter den Teilnehmern.