Geschichte und Lebensbedingungen
Moldau/Moldawien - Ein (noch) vergessenes Land am Rande der EU –
Wer weiß bei uns schon etwas über Moldawien oder Moldau, wie es behördlich heißt und doch gar nicht an der Moldau liegt?
Moldawien mit etwa 4,5 Mio. Einwohnern liegt zwischen der Ukraine und Rumänien nordwestlich des Schwarzen Meeres. Seine Größe entspricht etwa der Belgiens. Slawische Kultur im Osten und romanische Kultur im Westen treffen aufeinander: 65 % der Moldawier sind rumänischer Herkunft und orthodoxe Christen; sie sprechen rumänisch, das auch als moldawisch bezeichnet wird und Amtssprache ist. Ein knappes Drittel, das hauptsächlich in der Hauptstadt Chisinau und östlich des Dnjestr in Transnistrien lebt, ist russischer und ukrainischer Herkunft und spricht russisch.
Gegründet im 14. Jhdt. als Fürstentum Moldau von den Karpaten bis zum Dnjestr, erlebte das Land eine Geschichte mit wechselnder osmanischer, russischer und rumänischer Herrschaft, um im 19. Jhdt. zwischen Russland (Bessarabien) und Rumänien aufgeteilt zu werden. Nach der Wiedervereinigung im Jahre 1918 innerhalb Rumäniens entstand 1940 aufgrund des deutsch-russischen Nichtangriffspaktes die Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik aus Bessarabien und Transnistrien. Im Jahre 1991 erklärte sich Moldova, wie es moldawisch bzw. rumänisch heißt, unabhängig, was zu einer Blockade der traditionell bedeutenden russischen Importe von Lebensmitteln, Fleisch und vor allem moldawischem Wein führte bei gleichzeitig andauernder Abhängigkeit Moldawien von russischen Erdöl- und Erdgas-Importen. Lediglich Transnistrien, auf das etwa 40 % der moldawischen Industrieproduktion entfällt, mit mehrheitlich russischer Bevölkerung und der Hauptstadt Tiraspol hielt die Verbindung zu Russland aufrecht: Für die Zustimmung zur Zugehörigkeit zu Moldawien erhielt Transnistrien Autonomiestatus im Sinne einer Konföderation mit eigener Währung und eigener Armee. Dieses Verhältnis zwischen Moldawien und Transnistrien ist nach wie vor ein offener Konflikt, der auch Gegenstand des G-8-Gipfels werden sollte. Der westlich des Dnjestr liegende Teil Moldawiens orientiert sich dagegen zur EU und sucht hier neue Absatzmärkte. Die moldawische Regierung fördert die Entwicklung zur Marktwirtschaft und zum Privateigentum und damit unternehmerische Initiative. Positive Auswirkungen daraus sind an vielen Orten zu spüren.
In dem nach Albanien ärmsten Land Europas lebt noch 54 % der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Wie kann Rotary helfen, diese Armut am Rande Europas zu lindern und dadurch den Menschen eine europäische Perspektive verschaffen und zugleich Gefahren eines Einfalltores für Kriminalität zu begegnen?
Es fehlt oft am Notwendigsten: Manche Familien haben nur ein Paar Schuhe für die Kinder, so dass diese im Winter sich im Schulbesuch abwechseln müssen. Schulbücher gibt es in vielen Schulen nicht oder kaum, Tafeln sind oft nicht mehr brauchbar, Tische und Stühle aus der Zeit vor 50 und mehr Jahren. Beschädigte Fenster in Schulen und Kindergärten werden nicht erneuert, Toiletten sind ohne Wasserspülung und oft ohne WC-Topf und sprechen jeglichen Hygieneanforderungen Hohn. Vielen Krankenhäusern fehlen die einfachsten Hilfsmittel: Medikamente gibt es kaum, uralte medizinische Geräte aus Deutschland gelten als modern. Die Wasserversorgung leidet unter maroden Wasserleitungen, die oft unkontrollierbar angezapft werden, sofern sie nicht gänzlich unbrauchbar sind. In vielen Dörfern wird das Wasser aus Brunnen geschöpft, die keinerlei Vorkehrungen zur Vermeidung von Verschmutzung aufweisen.
Es gibt vier Säulen der Hilfe zur Selbsthilfe: Deckung von Dingen des täglichen Bedarfs (Päckchen-Aktionen) – Spenden für Einrichtungsgegenstände und Lehrmittel in Kindergärten und Schulen (Schulprojekte) – Spenden für Einrichtungsgegenstände und Medikamente für Krankenhäuser (Krankenhausprojekte) – Projekte zum Aufbau oder zur Reparatur der Trinkwasserversorgung (Wasserprojekte).
Schulprojekte können ihren Schwerpunkt bei Schulen haben, in denen Deutsch unterrichtet wird, um bei Planung und Kontrolle Sprachbarrieren zu minimieren. Direkte Kontakte einzelner Clubs bieten sich hier ebenso an wie bei Hilfen für Krankenhäuser, die meist kommunal geführt werden. Auch in diesen Fällen sowie bei kommunalen Wasserprojekten kann nicht selten auf Deutsch-Kenntnisse vor Ort zurückgegriffen werden. Hin und wieder findet man auch Englisch sprechende Partner.
Kontrolle vor Ort: In Moldawien gibt es derzeit zwei Rotary Clubs, und zwar in der Hauptstadt Chisinau. Diese beiden Clubs sind natürlich schnell überfordert, wenn sie mehrere Projekte verfolgen und deren erfolgreichen Abschluss kontrollieren sollen. Deshalb sollten bei zusätzlichem Bedarf Institutionen und Vereine vor Ort eingeschaltet werden, die Kontrollaufgaben mit wahrnehmen; die der Gründung von Vereinen in Moldawien unterliegenden gesetzlichen Rahmenbedingungen entsprechen i.w. dem deutschen Recht. Im Übrigen muss jeder Schule, jedem Krankenhaus und jeder Kommune von vornherein klar gemacht werden, dass bei Unregelmäßigkeiten bei der Projektdurchführung weitere Projekte in diesem Ort oder in dieser Institution nicht mehr möglich sind. Dieses Risiko macht Kontrolle effektiver. Auch in der Provinz gibt es akzeptable Hotels, wobei sich angesichts des Straßennetzes empfiehlt, Besuche eher in Frühjahr und Sommer zu legen.
Zur Finanzierung: Kleinere Schul- oder Krankenhausprojekte können vom einzelnen Club finanziert werden, Behinderungen von z.B. Beipacktransporten an der Grenze gibt es bei entsprechender vorheriger Genehmigung der Ladeliste kaum. Wegen der 5-Projekt-Grenze müssen bei nur 2 Clubs vor Ort Matching Grants auf große Projekte beschränkt bleiben. Hier empfehlen sich auch Finanzierungsalternativen z.B. mit Hilfe des BMZ und der EU; in diesem Falle ist die Zusammenlegung zu Großprojekten und die gemeinsame Durchführung von Projekten durch mehrere Clubs – ggf. auch mit Partnerclubs in anderen Ländern – zweckmäßig. Erfahrungen hiermit und auch mit der unterstützenden Finanzierung durch gemeinnützige Vereine vor Ort hat z.B. die Initiativgruppe Wasserprojekte aus Aktivitäten in Afrika; die jeweiligen Distrikt-Koordinatoren werden Kontakte gerne herstellen.
Wenn wir Moldawien helfen, helfen wir Europa und tragen dazu bei, den Frieden in Europa zu wahren.
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| Rotary in Moldau/Moldova |
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Zone/Zonã:
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14
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Distrikt/District:
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2241
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Clubs/Cluburi:
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3
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Mitglieder/Members/Membrii:
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60
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Clubs mit Homepage/Clubs with Homepage:
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R.C. Chisinau
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