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IVZ Online Lokales Gescher, August 2011

Ein großes Vorbild als Chef und Mensch




Franz-Josef Huesker verstarb im Alter von 92 Jahren.

Gescher. (wr/pd). Franz-Josef Huesker ist tot. Der verdiente Unternehmer starb im Alter von
91 Jahren am 21. August im Beisein seiner drei Kinder. Mit ihm verliert die Stadt Gescher
einen verdienstvollen Bürger, der sich sowohl als Firmenchef als auch ehrenamtlich in
vielfacher Weise für das Wohl seiner Mitarbeiter, seiner Mitbürger und seiner Heimatstadt
einsetzte.

Am 12. September 1919 als Sohn einer alteingesessenen Textil-Familie in Gescher geboren,
besuchte er das Gymnasium Coesfeld und bestand dort 1937 sein Abitur. Für Franz-Josef
Huesker folgte eine lange Soldatenzeit und Gefangenschaft, bevor er seine praktische
Ausbildung in mehreren Betrieben der Textilindustrie fortsetzen konnte. Ein Studium an der
Textil-Ingenieur-Schule Reutlingen schloss er später als Textil-Ingenieur ab. 1950 trat der
Verstorbene in die Geschäftsleitung des Familien-Unternehmens H. & J. Huesker & Co. ein.
34 Jahre lang zeichnete er verantwortlich für die Leitung des Betriebes und für den
Personalbereich. Dabei setzte sich Franz-Josef Huesker stets intensiv für die Belange und
Interessen seiner Mitarbeiter ein. Und so dokumentierte er seine Einstellung zum Menschen
als wichtigsten Erfolgsfaktor eines Unternehmens. Dabei waren für ihn Betriebsklima und
Führungsqualität nicht nur Worte, sondern Richtschnur für ein sozial verantwortliches
Handeln. Als er 1984 in den Ruhestand trat, blieb er dem Unternehmen als Mitinhaber und
Beiratsmitglied verbunden.

Doch auch für die Gesellschaft und für seine Heimatstadt engagierte sich der Verstorbene
zeitlebens stark. So war er über 25 Jahre lang als ehrenamtlicher Richter des Arbeitsgerichtes
Rheine und des Landesarbeitsgerichtes in Hamm tätig. Außerdem war er viele Jahre Schöffe
beim Amtsgericht in Coesfeld und später in Borken engagiert. Mehrere Jahrzehnte wirkte
Franz-Josef Huesker als Mitglied des Aufsichtsrates der Gemeinnützigen Wohnungsbau- und
Siedlungsgenossenschaft in Gescher. Als Vorsitzender führte er von 1950 bis 1977 den
Turnverein Gescher. Der Deutsche Turnerbund verlieh ihm für seine besonderen Verdienste
um die Förderung des Kinder- und Jugendsports den Ehrenbrief. Mehr als 40 Jahre lang war
Huesker ferner Mitglied des Vorstandes der St.-Pankratius-Schützengilde, davon wirkte er
zehn Jahre als Präsident. Aufgrund seiner vielen Verdienste um seine Heimatstadt wurde
Franz-Josef Huesker 1977 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Die Stadt Gescher wird ihm
ein ehrendes Andenken bewahren.


Dülmener Zeitung 26. Juni 2010